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Praxiswerkstatt und Berufsorientierungsprogramm

Praktische „Berufsorientierung“ in überbetrieblichen Ausbildungsstätten

bop – Berufsorientierungsprogramm für Realschulen in Freiburg
prahwo – Praxiswerkstatt für Haupt- und Werkrealschulen Ortenau

 

Vor 6 Jahren startete für Haupt- und WerkrealschülerInnen das Berufsorientierungsprogramm„Praxiswerkstatt“ in der Ortenau. Jeweils 1-2 Wochen lang lernten die Jugendlichen in den Ausbildungswerkstätten von IHK-Bildungszentrum Südlicher Oberrhein (IHK-BZ) und dessen Kooperationspartner unterschiedliche Berufsfelder kennen. Die Jungen und Mädchen sollen eine wirklichkeitsnahe Vorstellung von ihrem Berufswunsch, den eigenen Fähigkeiten und Interessen entwickeln. Auf diese Weise sollen Fehlgriffe bei der Berufswahl vermieden und Ausbildungsabbrüche reduziert werden. Gefördert wird das Projekt nach den Richtlinien des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) aus dem Programm „Berufsorientierung in überbetrieblichen und vergleichbaren Berufsbildungsstätten“. Weitere Kofinanzierungsmittel erhalten die Projektträger aus ESF-Mitteln vom Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg. Zudem wurden für Projektgruppen Fördermittel von der Agentur für Arbeit Offenburg und Freiburg zur Verfügung gestellt.

„Die positiven Rückmeldungen zu bop sind überwältigend“, fassten es die Schulleiter der beteiligten Schulen zusammen. Grundlage für den Befund sind die Ergebnisse von Umfragen der beteiligten Schulen: bop wird sehr gut angenommen, die Zustimmung von Schülern, Lehrern und Eltern ist ausgesprochen hoch.  „Ich habe neue Berufsfelder kennen gelernt“, „Das Bild von meinem Wunschberuf hat sich verändert“, „Jetzt weiß ich mehr über meine praktischen Fähigkeiten“, so erleben die Jugendlichen das Berufsorientierungsprogramm. Jungen und Mädchen ab der achten Klasse erfahren in den Werkstätten die Berufsfelder KFZ, Mechatronik, Metall, Elektro Mediengestaltung, IT-Hardware und IT-Software, kreative Gestaltung in Holz und Farbe, Gesundheit/Pflege, Hotelwesen und Gastronomie. Zwei Wochen, in denen Schülerinnen und Schüler wirklichkeitsnahe Vorstellungen von den Arbeitsfeldern entwickeln und neue Berufe entdecken können. Mit bop wird die Berufswahl der Schülerinnen und Schüler passgenauer. Durch die praktische Erfahrung kann bereits das Blockpraktikum in der 9.Klasse gezielter ausgewählt werden. So lassen sich Fehlgriffe bei der Berufswahl vermeiden und damit die Abbrüche dualer Ausbildungen senken. Vor der praktischen Berufsorientierung in den Werkstätten steht die so genannte „Potenzialanalyse“. Dabei werden die Fähigkeiten der Schüler erkundet. Wie stellen sie sich einer Aufgabe? Welche Lösungswege finden die Schülerinnen und Schüler? Wie ausgeprägt ist ihre soziale Kompetenz? Defizite werden so rechtzeitig erkannt, passende Fördermöglichkeiten können dann die Ausbildungsfähigkeit erhöhen. Nach der nun mehrjährigen Erfahrung in der Ortenau und Freiburg mit diesem bundesweit aufgelegten Projekt halten alle beteiligten Projektpartner das Berufsorientierungsprogramm für ein zukunftsweisendes Instrument für Jugendliche an der Schnittstelle Schule / Beruf. Daten und Fakten:


Name des Programms

  • Berufsbildungsprogramm (bop bzw. prahwo) in überbetrieblichen und vergleichbaren Berufsbildungsstätten


Beteiligte Institutionen

  • IHK-BildungsZentrum Südlicher Oberrhein (IHK-BZ)

in Zusammenarbeit mit:

  • Internationaler Bund (IB) Bildungszentrum Freiburg
  • Gewerbeakademie Offenburg


Kooperationspartner

  • Enge Abstimmung mit Schulen, Lehrern, Eltern, Betrieben, Agentur für Arbeit


Finanzierung

  • Gefördert wird das Projekt nach den Richtlinien des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) aus dem Programm „Berufsorientierung in überbetrieblichen und vergleichbaren Berufsbildungsstätten“.
  • Kofinanzierung vom Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg (Pro Beruf) und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (Azubi in Spe) und durch eigene Mittel der Träger
  • Eine zusätzliche Maßnahme zur Berufsorientierung wird von der Agentur für Arbeit und der IHK-Südlicher Oberrhein unterstützt
  • Gesamtkosten ca. 840.000,00 €


Zielgruppe

  • Freiburg: „bop-Projekt“ Jugendliche aus Realschulen ab der 8. Klasse, 14 und 15 Jahre alt
  • Ortenau: „prahwo-Projekt“ Jugendliche aus mehreren Haupt-, Werkrealschulen ab Klasse 7 und 8, zwischen 13 und 15 Jahre alt


Ziele allgemein

  • Weniger Fehlgriffe bei der Berufswahl
  • Höhere Übergangsquoten von der Schule in die duale Ausbildung
  • Senkung der Ausbildungsabbrüche
  • Passgenaue Praktikumssuche


Ziele in Bezug auf die Jugendlichen

  • Realistische Vorstellungen über die Berufswelt
  • Entdecken der eigenen Fähigkeiten und Neigungen
  • Passende Berufe erkennen
  • Erkennen der eigenen Stärken und Schwächen
  • Erkennen der eigenen Potentiale


Ziele in Bezug auf die Betriebe

  • Passende Bewerber
  • Weniger Ausbildungsabbrüche
  • Fachkräftesicherung


Ziele in Bezug auf die Lehrkräfte

  • Schüler in einem anderen Lernumfeld sehen
  • Selbst die Berufswelt besser verstehen
  • Anforderungen an die Schüler nach der Schule erkennen
  • Die Schüler besser auf die anstehenden Berufsausbildungen vorbereiten können


Inhalte/Schwerpunkte/Elemente

  • Kennen lernen von 8 bis 9 Berufsfeldern in 2 Wochen
  • Vorausgehende Potenzialanalyse
  • Stärken-Schwächen-Analyse
  • Individuelle Betreuung, Beratungsgespräche
  • Hinleitung zur Entwicklung persönlicher Vorstellungen und Berufswünsche
  • Abschließendes Zertifikat


Durchlaufene Werkstätten/Berufsfelder

  • Metall
  • Elektronik
  • Mechatronik
  • IT- Netzwerktechnik
  • Medientechnik
  • KFZ-Technik
  • Holzbearbeitung
  • Gestaltung
  • Hotel- und Gaststättenberufe
  • Pflegeberufe


Verhältnis Theorie und Praxis

  • 90 Prozent Praxis anhand von Projektarbeiten


Größe der Gruppen

  • Pro Berufsfeld haben die Gruppen eine Größe von 10 bis 14 Schülern
  • Pro Tag werden etwa 80 bis 90 Jugendliche betreut


bop und prahwo-Teilnehmer pro Jahr am IHK-BZ

  • Etwa 1000 Schülerinnen und Schüler pro Jahr
  • Davon sind ca. 500 RealschülerInnen und 500 Haupt- und WerkrealschülerInnen


Erfahrungen/Evaluation

  • Durchweg positive Rückmeldungen der eigenen Ausbilder
  • Befragungen der Schüler, Eltern, Lehrer und Schulleiter durch die Schulen: Programm wird ausgesprochen gut angenommen
  • Nach Aussage der Lehrer gibt es derzeit kein besseres Projekt zur Berufsorientierung
  • Evaluationen werden durchgeführt


Kontakt
Horst Fraas
Bereichsleiter Administration
IHK-BildungsZentrum Südlicher Oberrhein GmbH
Telefon 0781-9203-751
E-Mail h-fraas@ihk-bz.de

Gefördert von: