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Qualität in der beruflichen Weiterbildung

Wer sich beruflich weiterbildet, investiert oft viel Zeit und Geld. Der Markt für berufliche Weiterbildung ist groß, das Angebot vielfältig. Dabei kann der Laie die Qualität der Weiterbildung vorab kaum einschätzen. Stimmen die Lerninhalte mit dem Weiterbildungsziel überein? Haben die Dozenten didaktisches Gespür? Ist das Zertifikat anerkannt? Fragen, die oft erst nach dem Lehrgang beantwortet werden können. Dennoch: Wer vorab sogfältig recherchiert und ein paar zentrale Punkte in der Checkliste beherzigt, kann das Risiko deutlich senken. Hier ein paar Tipps.


Erst wenn klar ist, wohin die berufliche Reise gehen soll, welche Kenntnisse und Fertigkeiten fehlen, heißt es: den passenden Kurs beim richtigen Bildungsdienstleister finden. Internet Datenbanken wie www.kursnet.arbeitsagentur.de, www.fortbildung-bw.de, www.iwwb.de (InfoWeb Weiterbildung/Deutscher Bildungsserver) und www.wis.ihk.de (DIHK) erleichtern die Suche. Die „Bildungsserver“ bieten einen schnellen Überblick über regionale wie überregionale Weiterbildungsangebote.

Durch Vergleich lässt sich einiges über Leistung und Qualität der einzelnen Kursangebote erfahren. Auch der Bildungsdienstleister selbst sollte kritisch unter die Lupe genommen werden. Oft stellt sich bei näherem Hinsehen heraus, dass Hochglanzbroschüren und die Versprechen im Internet mit der Wirklichkeit wenig zu tun haben. Weit aussagekräftiger dagegen sind der unmittelbare Eindruck während eines Besuchs in der Bildungseinrichtung und ein persönliches Gespräch.

Zu jedem Kurs gehört eine systematische, verständliche Lehrgangsbeschreibung. Darin wiederfinden sollten sich der Kursgegenstand und die Lernziele. Gut aufbereitet und lesbar sollten auch die Unterrichtsskripte sein.

Immer ein Gewinn für die Teilnehmer beruflicher Weiterbildung sind Dozenten, die aus der Praxis kommen. Sie bringen einen großen Erfahrungsschatz mit. Ein Dozent, der selbst Fach- oder Führungskraft in einem Unternehmen ist, weiß wovon er redet, kennt den Bedarf in den Betrieben und sorgt für aktuelle Lehrinhalte.

Bringt der Dozent auch noch didaktische Fähigkeiten mit, kann Weiterbildung sogar Spaß machen. Dazu gehören ein schlüssiger Unterrichtsaufbau sowie methodische Abwechslung. Rollenspiele, Teamwork, Präsentationen: Das ist lerneffizienter als monotoner Frontalunterricht.

Zeitgemäß sind Blended Learning Methoden. Dabei sind Präsenzunterricht und E-Learning miteinander verzahnt. Das ermöglicht Lernen unabhängig von Zeit und Ort. Der Einsatz moderner Medien gestattet zudem den Austausch der Teilnehmer untereinander und mit dem Dozenten außerhalb der Präsenzzeiten.

Ein Besuch beim Bildungsdienstleiter zeigt schnell, ob die Schulungsräume hell, freundlich und durchlüftet sind. Stühle und Tische sollten auch bei längerem Sitzen ein angenehmes Arbeiten ermöglichen. Moderne Medientechnik zur Visualisierung des Unterrichtsstoffs gehört zum Standard. Getränke während der Seminarstunden sollten ab einem bestimmten Preisniveau zum Service gehören.

Seriöse Bildungsdienstleister haben einen Kundenbetreuer, an den sich die Lehrgangsteilnehmer wenden können. Pluspunkte bringt ein Berater, der ansprechbar, fachkundig und freundlich Fragen beantwortet. Feedback am Ende des Kurses signalisiert Interesse am Kunden.

Selbstverständlich sollten Anmeldung, Rechnungsabwicklung und Zertifikatsvergabe reibungslos verlaufen. Ratsam ist, vorab den Wert der Abschlüsse und Zertifikate zu erkunden. Auf der sicheren Seite ist, wer sich für IHK-Zertifikats- oder Prüfungslehrgänge entscheidet. IHK-Zertifikatslehrgänge werden nach einheitlichen Qualitätsstandards entwickelt und sind bundesweit anerkannt.

Ist nach sorgfältigem Vergleich der Angebote die Entscheidung für einen Kurs gefallen, gilt es, den Vertrag zu prüfen. Die Mühe lohnt sich. Nicht immer ist erlaubt, was in den allgemeinen Geschäftsbedingen steht. Sind die Klauseln unzulässig, greifen die gesetzlichen Bestimmungen.

Selbstverständlich kennen gute Bildungsanbieter die angesprochenen Qualitätsmerkmale genau. Sie verfügen über ein Qualitätsmanagement welches nach einschlägigen Vorgaben durch akkreditierte Stellen wie etwa die Certqua GmbH geprüft und zertifiziert ist.

Hinter Certqua steht die Gesellschaft der Deutschen Wirtschaft zur Förderung und Zertifizierung von Qualitätssicherungssystemen in der Beruflichen Bildung mbH. Certqua auditiert und zertifiziert das Qualitätsmanagement in Bildungs- und Dienstleistungsorganisationen nach den Vorgaben der Anerkennungs- und Zulassungsverordnung Weiterbildung (AZWV) oder der Norm DIN EN ISO 9000.

Das IHK-BildungsZentrum Südlicher Oberrhein ist seit Januar 2009 nach AZWV zertifiziert und bietet u. a. mehr als 70 zertifizierte Lehrgänge, Qualifizierungen und Umschulungen an.



 
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